Schulungsprogramm Herzinsuffizienz

Zusammenfassung

Das Schulungsprogramm “Herzinsuffizienz” richtet sich an erwachsene Patienten mit einer überwiegend systolischen Herzinsuffizienz. Vermittelt werden unter anderem Grundlagen, Symptome, Diagnostik und Behandlung der Herzinsuffizienz sowie Bewegung, Ernährung und psychologische Aspekte. Das Programm wurde im stationären Setting entwickelt und besteht aus 6 Einheiten. Es wird in Gruppen von maximal 10 Teilnehmern von einem interdisziplinären Schulungsteam durchgeführt.

Autoren Gabriele Karger, Johannes Glatz
Lizenzhinweise nicht publiziert Das Programm kann bei den Autoren angefordert werden. Bedingungen für die Weitergabe werden individuell abgesprochen.
Bezugsquelle Dr. Gabriele Karger Rehablitiationsklinik Heidelberg-Königstuhl, Kohlhof 8, 69117 Heidelberg, gabriele.karger@rehaklinik-koenigstuhl.de
Dr. Johannes Glatz Rehabilitations-Zentrum Seehof der DRV, Lichterfelder Allee 55, 14513 Teltow dr.med.johannes.glatz@drv-bund.de
Kosten k.A.
Schlagworte Herzinsuffizienz
Stand Version 10/2008

Ziele und Inhalte

Zielgruppe des Programms
Fachgebiet/Indikation Herz-/Kreislauferkrankungen
Thema/Erkrankung Herzinsuffizienz
Zielgruppe des Programms Erwachsene
besondere Zielgruppenkriterien
  • überwiegend systolische symptomatische Herzinsuffizienz (NYHA-Stadium I-III)
  • mind. mittelschwerer linksventrikulärer Schaden (Ejaktionsfraktion max. 40%)
Ausschlusskriterien unzureichende Deutschkenntnisse
Durchführung und Themen
Setting k.A.
Teilnehmerzahl max. 10 Teilnehmer
Anzahl der Einheiten 6 Einheiten
Dauer der Einheiten 60 Minuten
Frequenz der Einheiten k.A.
Ziele und Inhalte
Ziele des Programms
  • Wissenserwerb
  • Training von Fertigkeiten
  • Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil
  • Unterstützung zur Reduktion von Angst und Depressivität
Inhalte
  1. Herz-Kreislauf-System bei Herzschwäche, Ursachen, Beschwerden und Diagnostik
  2. Bewegung und Training bei Herzschwäche
  3. Behandlung durch Medikamente
  4. Empfehlungen zu Ernährung und Trinkmenge
  5. Psychologische Aspekte, Krankheits- und Stressbewältigung
  6. Weitere Möglichkeiten der Behandlung, Verhaltensempfehlungen und Selbstkontrolle
Anmerkungen zu Zielen und Inhalten Für jedes Thema werden konkrete Lernziele formuliert.

Didaktik und Methoden

Benutzte Methoden
Methodenliste
  • Vortrag
  • Diskussion
  • Verhaltenstraining oder Übung oder Rollenspiel
  • Einzelarbeit
Anmerkungen zu Methoden Für jedes Thema werden konkrete Lernziele formuliert.
Strukturierungsgrad
Gruppenstruktur k.A.
(Detailtiefe der Vorgaben, die vom Konzept formuliert werden)
Strukturierungsgrad Methoden mittel
Strukturierungsgrad Zeit mittel
Strukturierungsgrad Struktur mittel
Anmerkungen zur Struktur und Flexibilität
Einbindung externer Ressourcen
Nachsorgemaßnahmen k.A.
Vorbereitungsmaßnahmen k.A.
Einbezug von Angehörigen ggf. in Form eines Einzeltermins
Maßnahmen zum Alltagstransfer Erlernen der Selbstbeobachtung in Bezug auf Flüssigkeitseinlagerungen. Das Manual regt an das salzarme Kochen in der Lehrküche selbst auszuprobieren.
Einbezug von Selbsthilfeorganisationen k.A.
Anmerkungen zu externen Ressourcen Bei weiteren Fragen oder Gesprächsbedarf sollte ein Einzeltermin mit dem Arzt/Therapeuten vereinbar sein, ggf. zusammen mit dem Ehe-/Lebenspartner.

Rahmenbedingungen

Angaben zu den Dozent:innen
Dozent:innen interdisziplinäres Team (Arzt; Psychologe; Bewegungs-/Sporttherapeut; Diätassistent)
Qualifikation des Personals k.A.
Besonderheiten zum Personal k.A.
Ausstattung und Material
Materialien der Schulung
  • Curriculum mit Wissentest und Beurteilungsbogen zur Schulung
  • Foliensammlung als PowerPoint-Präsentation
  • Begleitbuch für Patienten
räumliche Voraussetzungen heller, ruhiger Raum mit Tisch
Besonderheiten zur Ausstattung Beamer (alternativ Overhead-Projektor); plastisches Modell des Herzens

Evaluation und Publikationen

Zusammenfassung der Evaluation

Quelle

Muschalla, B., Glatz, J., Karger, G. (2011) Kardiologische Rehabilitation mit strukturierter Schulung bei Herzinsuffizienz – Akzeptanz bei Patienten und Veränderungen in Krankheitswissen und Wohlbefinden. Die Rehabilitation, 50, 97-104

Beteiligte

Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation an der Charité – Universitätsmedizin Berlin;

Abteilung Kardiologie am Rehabilitationszentrum Seehof der Deutschen Rentenversicherung Bund, Teltow/Berlin

Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl der RehaZentren der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg gGmbH

Kontext

Studienkontext (interne vs. externe Ev., Pilotstudie, multizentrische Studie, …)

Evaluationsart

summative, externe Evaluation

Design

Explorative Untersuchung

Stichprobe Patienten über 18 Jahre mit einer chronischen Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse I–III, einer echo-kardiografisch bestimmten Auswurffraktion der linken Herzkammer (EF) von ≤ 40 % mit ausreichenden Deutschkenntnissen und für die Schulungsteilnahme ausreichenden mentalen Fähigkeiten und körperlicher Mobilität.
Kontrollgruppe
Gruppenzuweisung Allen Patienten, die die Einschlusskriterien erfüllten, wurde die Teilnahme angeboten. Die Aufnahme in das Schulungsprogramm erfolgte kontinuierlich.
Gruppengröße 64 Personen
Katamnese 3 Messzeitpunkte: Zu Beginn, zum Ende und 6 Monate nach der 3-wöchigen stationären kardiologischen Rehabilitation.
Erhebungsinstrumente
  • Wissen über Herzinsuffizienz (Wissensfragebogen),
  • Ausprägung von Angst- und Depressivitätserleben (HADS),
  • gesundheits- (SF-36) und krankheitsbezogene Lebensqualität (KCCQ),
  • Zufriedenheit mit dem Schulungsprogramm
Schulungsleiter Die Schulung wurde multidisziplinär von in der Rehabilitation und Patientenschulung erfahrenen Ärzten, Physiotherapeuten, Psychologen und Diätassistenten durchgeführt.
Primäre Zielgrößen
  • kurz- und langfristige Verbesserung des Wissens
  • kurzfristige Verbesserung der gesundheits- und der krankheitsbezogenen Lebensqualität
  • langfristige Verbesserung der Selbstwirksamkeit
  • kurz- und z. T. langfristige Verbesserung der psychischen Symptombelastung
Weitere Zielgrößen Die anonyme Zufriedenheitsbefragung nach der Schulung ergab eine hohe Zustimmung zur Schulung bei allen Aussagen.
Sonstige Ergebnisse Die Follow-up-Quote lag bei 48 %, was bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden muss.
Diskussion Das Studiendesign erlaubt aufgrund des Fehlens einer Kontrollgruppe keine Aussagen zur spezifischen Wirksamkeit des Schulungsprogramms. Aus den vorliegenden Daten ergeben sich jedoch Hinweise darauf, dass die Verbesserung des Wissens der Teilnehmer, der gesundheits- und krankheitsbezogenen Lebensqualität und psychischen Symptombelastung zumindest teilweise auf das vorgestellte Schulungsprogramm zurückgeführt werden kann.

weitere Publikationen Karger, Glatz, Buß, Kiwus & Völler (2006). Erfahrungen mit einer strukturierten Herzinsuffizienz-Schulung an drei kardiologischen Rehabilitationszentren. In Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg.), Rehabilitation und Arbeitswelt ? Herausforderung und Strategien. 15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth. (DRV-Schriften, Bd. 64, S. 391-392).

Train-the-Trainer

spezifisches TTT vorhanden? nein

Anmerkungen zum gesamten Programm

Stand des Eintrags: 14.07.2022