Herzinsuffizienz – Curriculum der Deutschen Rentenversicherung Bund

Zusammenfassung

Ziel des Curriculums ist die Vermittlung eines mehrdimensionalen Krankheitsverständnis. Der Patient soll dabei unterstützt werden, informierte Entscheidungen bezüglich seiner Krankheit und Behandlung treffen zu können. Handlungskompetenz in Bezug auf die eigene Erkrankung im Alltag soll aufgebaut werden. Die Patienten erhalten Wissen zu Symptomen Ursachen und Behandlungsmögichkeiten. Die Schulung will zu einer gesünderen Lebensführung und zu mehr körperlicher Aktivität motivieren. Auf der Verhaltensebene sollen Belastungen im Alltag bewältigt werden und ein kompetenter Umgang mit den Medikamenten eingeübt werden.

Die Schulung arbeitet mit aktivierenden Methoden, die in jeder Stunde zum Einsatz kommen.

Das Schulungsteam besteht aus Ärzten, Psychologen, Bewegungstherapeuten und Gesundheits- bzw. Krankenpfleger.

Das Programm wird derzeit evaluiert. Die Rentenversicherung bietet eine Fortbildung (Train-the-Trainer) zu dieser Schulung an.

Autoren Dr. Karin Meng, Dipl.-Psych. Gunda Musekamp, Dipl.-Psych. Bettina Seekatz (Universität Würzburg, Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften) in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Patientenschulung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR)
Version 2021: E. Langheim, Reha-Zentrum Seehof der Deutschen Rentenversicherung Bund; C. Reudelsterz, Deutsche Rentenversicherung Bund
Lizenzhinweise online verfügbar
Bezugsquelle Online Version auf der Homepage der DRV (unter „Krankheiten des Bewegungssystems“):
Kosten kostenfrei
Schlagworte
Stand Version 2021
Anmerkungen zum Bezug

Ziele und Inhalte

Zielgruppe des Programms
Fachgebiet/Indikation Herz-/Kreislauferkrankungen
Thema/Erkrankung Herzinsuffizienz
Zielgruppe des Programms Erwachsene
besondere Zielgruppenkriterien Die Schulung ist für Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz (NYHA II und III) in der medizinischen Rehabilitation (Heilverfahren, Anschlussrehabilitation) geeignet. Es können Patienten aller Altersklassen teilnehmen.
Ausschlusskriterien k.A.
Durchführung und Themen
Setting ambulant und stationär umsetzbar
Teilnehmerzahl max. 15 Teilnehmer
Anzahl der Einheiten 5 Module
Dauer der Einheiten 60 Minuten (Modul 2: 75 Min.)
Frequenz der Einheiten k. A.
Ziele und Inhalte
Ziele des Programms
  • Wissenserwerb
  • Training von Fertigkeiten
  • Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil
  • Unterstützung zur Reduktion von Angst und Depressivität
  • Training der (krankheitsbezogenen) sozialen Kompetenz
Inhalte
  1. Was ist Herzinsuffizienz und wie kann sie behandelt werden?
  2. Was kann ich selbst tun?
  3. Wie kann Bewegung mir helfen?
  4. Was ändert sich im Alltag?
  5. Wie können Medikamente mir helfen?
Anmerkungen zu Zielen und Inhalten Für jedes Thema werden Lernziele formuliert.

Didaktik und Methoden

Benutzte Methoden
Methodenliste
  • Vortrag
  • Diskussion
  • Verhaltenstraining oder Übung oder Rollenspiel
  • Kleingruppenarbeit
  • Einzelarbeit
Anmerkungen zu Methoden 0
Strukturierungsgrad
Gruppenstruktur geschlossen
(Detailtiefe der Vorgaben, die vom Konzept formuliert werden)
Strukturierungsgrad Methoden mittel
Strukturierungsgrad Zeit hoch
Strukturierungsgrad Struktur mittel
Anmerkungen zur Struktur und Flexibilität Die Reihenfolge der Module ist aufgrund der aufeinander aufbauenden Inhalte festgelegt.
Einbindung externer Ressourcen
Nachsorgemaßnahmen Die Patientenmaterialien enthalten Beobachtungsbögen. Die Patienten werden in der Schulung angeleitet, die Selbstbeobachtung selbstständig weiter führen zu können.
Vorbereitungsmaßnahmen k.A.
Einbezug von Angehörigen k.A.
Maßnahmen zum Alltagstransfer Die Veränderungen, die mit der Herzinsuffizienz in den Alltag Einzug halten, werden im vierten Modul thematisiert.
Einbezug von Selbsthilfeorganisationen k.A.

Rahmenbedingungen

Angaben zu den Dozent:innen
Dozent:innen Die Module werden abwechselnd von Ärzten, Gesundheits und Krankenpflegern, Bewegungstherapeuten und Psychologen geleitet.
Qualifikation des Personals k.A.
Besonderheiten zum Personal k.A.
Ausstattung und Material
Materialien der Schulung

Alle zur Umsetzung benötigten Materialien können von der Projekthomepage herunter geladen werden.

räumliche Voraussetzungen Ruhiger Gruppenraum
Besonderheiten zur Ausstattung Zur Umsetzung werden Folien (Powerpoint-Präsentation/-Folien), Filme oder Herz-Kreislauf-Modelle oder Poster mit anatomischer Darstellung eingesetzt. Des Weiteren kommen Arbeitsblätter, Flipchart, Klebepunkte sowie eine Anleitung zur Atementspannung (Text oder CD) zum Einsatz. Wichtige Schulungsinhalte und Arbeitsblätter sind in einem Patientenheft zusammengefasst. Begleitend erhalten die Patienten außerdem ein Herztagebuch zur Symptomkontrolle.

Evaluation und Publikationen

Zusammenfassung der Evaluation

Das Curriculum in der vorliegenden Form wurde im Auftrag der Deutschen Ren- tenversicherung Bund von der Universität Würzburg (Prof. Dr. Dr. Faller, Dr. Meng) in Zusammenarbeit mit dem Reha-Zentrum Ückeritz entwickelt und wird derzeit evaluiert. Die Projekthomepage finden Sie hier

weitere Publikationen Meng, K., Musekamp, G., Seekatz, B., Glatz, J., Karger, G., Kiwus, U., Knoglinger, E., Schubmann, R., Westphal, R. & Faller, H. (2013). Evaluation of a self-management patient education program for patients with chronic heart failure undergoing inpatient cardiac rehabilitation: Study protocol of a cluster randomized controlled trial. BMC Cardiovascular Disorders, 13:60. DOI: 10.1186/1471-2261-13-60
Seekatz, B., Musekamp, G., Faller, H. & Meng, K. in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Patientenschulungen der DGPR (2012). Entwicklung einer Patientenschulung für Patienten mit Herzinsuffizienz in der kardiologischen Rehabilitation. 21. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium in Hamburg. DRV-Schriften, 386-388.

Train-the-Trainer

spezifisches TTT vorhanden? ja
Informationen zum TTT Die Deutsche Rentenversicherung Bund bietet ein TTT zu diesem Programm an. Aktuelle Termine finden Sie auf der Homepage der Deutsche Rentenversicherung Bund. Das TTT ist auch im Fortbildungsangebot des ZePG enthalten.

Anmerkungen zum gesamten Programm

Stand des Eintrags: 09.03.2023